Hier informieren wir Sie laienverständlich über Azidose / Übersäuerung, Symtome und Ursachen sowie Diagnose-und Therapiemöglichkeiten.
Übersäuerung (Azidose)
Von einer Übersäuerung (Azidose) wird gesprochen, wenn der pH-Wert im Blut unter einen Wert von 7,36 sinkt. Im Normalfall liegt dieser Wert zwischen 7,36 und 7,44.
Es gibt zwei akute Formen der Übersäuerung: die metabolische und die respiratorische Azidose. Diagnostiziert werden die akuten Formen über die Blutgasanalyse. Eine akute Übersäuerung ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom anderer Grunderkrankungen (zum Beispiel bei Diabetes mellitus oder chronischen Nierenerkrankungen).
Neben den akuten Formen der Übersäuerung kann es infolge falscher Ernährung zur chronischen Übersäuerung kommen. In diesem Fall bleibt der Blutwert stabil, überschüssige Säuren lagern sich im Bindegewebe an.
Azidose: Definition
Um zu funktionieren, benötigt der Körper Energie. Diese wird dem Körper über die Nahrung zugeführt und über verschiedene Stoffwechselvorgänge für Muskeln und Organe nutzbar gemacht. Im Laufe des Stoffwechsels fallen außerdem Abfallprodukte an, die über Nieren, Leber, Haut, Lunge und Darm ausgeschieden werden. Da einige der Abfallprodukte stark sauer sind, müssen sie bis zur Ausscheidung neutralisiert werden.
Für gewöhnlich sorgen verschiedene Puffersysteme für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt und halten zum Beispiel den pH-Wert im Blut zwischen 7,36 und 7,44. Von einer Übersäuerung (Azidose) wird gesprochen, wenn der pH-Wert im Blut unter einen Wert von 7,36 sinkt.
Azidose: Ursachen
Es wird zwischen respiratorischer und metabolischer Übersäuerung (Azidose) unterschieden, die verschiedene Ursachen aufweisen.
Ursache für die respiratorische Azidose ist eine zu geringe Abatmung von Kohlendioxid (CO2). Das saure Kohlendioxid lagert sich in Form von Bikarbonat im Körper an. Ursache können beispielsweise Lungenfunktionsstörungen wie sein, wie:
- Asthma bronchiale
- Lungenemphysem
- Lungenfibrose
Bei der metabolischen Azidose kommt es zu einer zu hohen Konzentration saurer Stoffwechselprodukte im Blut, sodass die Puffersysteme überlastet werden und der pH-Wert schlagartig sinkt. Diese Form der akuten Übersäuerung ist häufig lebensbedrohlich. Ursachen für eine metabolische Azidose können sein:
- Diabetes mellitus
- chronische Nierenerkrankungen
- lang anhaltender Durchfall
Azidose: Symptome
Die häufigere respiratorische Azidose ist durch Atemnot und blau gefärbte Lippen gekennzeichnet. Die Nieren versuchen, die Übersäuerung auszugleichen, wodurch es zu vermehrter Wasserausscheidung kommt.
Bei der selteneren metabolischen Azidose ist die Atmung ungewöhnlich tief und verlangsamt (so genannte Kussmaulatmung). Wird die Übersäuerung durch einen Diabetes mellitus verursacht, kann der Atem der Betroffenen nach Azeton riechen.
Azidose: Diagnose
Besteht der Verdacht auf eine akute Übersäuerung (Azidose), kann zur Diagnose eine Blutgasanalyse durchgeführt werden. Hierbei werden der Säure-Basen-Haushalt des Bluts sowie die Partialdrücke von Sauerstoff und Kohlendioxid gemessen. Respiratorische und metabolische Übersäuerung können durch die Bikarbonatwerte (niedrig = metabolisch) und den Kohlendioxid-Partialdruck (hoch = respiratorisch) im Blut unterschieden werden.
Eine chronische Übersäuerung des Gewebes kann über Teststreifen diagnostiziert werden, mit denen der pH-Wert des Urins gemessen wird.
Azidose: Therapie
Liegt eine akute Übersäuerung (Azidose) vor, ist allgemein die Therapie der Grunderkrankungen wichtig.
Besteht eine metabolische Azidose (also eine Übersäuerung durch eine zu hohe Konzentration saurer Stoffwechselprodukte im Blut) infolge einer chronischen Nierenerkrankung, kann eine Dialyse notwendig sein. Außerdem können die natürlichen Puffersysteme durch Einnahme von Natriumhydrogencarbonat unterstützt werden. Langfristig sollte außerdem die Ernährung umgestellt werden. Bei Diabetikern kann die akute metabolische Übersäuerung durch Insulin zumindest verbessert werden. Außerdem ist es wichtig, viel zu trinken.
Azidose: Verlauf
Der Verlauf einer Übersäuerung (Azidose) hängt davon ab, ob frühzeitig Maßnahmen gegen die Übersäuerung und ihre möglichen Folgen ergriffen werden: Wenn die Puffersysteme des Körpers aufgrund einer Übersäuerung pausenlos arbeiten müssen, werden vermehrt Mineralsalze und Phosphate aus den Knochen gelöst, um die Säuren zu neutralisieren. Dies kann auf Dauer zu Osteoporose (Knochenschwund) führen. Außerdem kann es infolge einer Übersäuerung unter anderem zu folgenden Erkrankungen kommen:
- chronische Schmerzen
- Migräne
- Neurodermitis
- rheumatoide Arthritis
- Arteriosklerose
Kurzfassung des Beitrags " Übersäuerung ( Azidose ) " mit freundlicher Genehmigung von Gesundheitsportal Onmeda ( Medizin & Gesundheit )goFeminin.de GmbH
|