Hier informieren wir Sie laienverständlich über Psoriasis / Schuppenflechte, Symtome und Ursachen sowie Diagnose-und Therapiemöglichkeiten.
Schuppenflechte (Psoriasis)
Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine häufige, gutartige Hauterkrankung. Typische Merkmale sind scharf begrenzte, rote, teils juckende, erhabene, mit silberweißen Schuppen bedeckte Herde. Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen.
Oft entstehen bei der Psoriasis nur einzelne Herde an den Streckseiten der großen Gelenke. Die Schuppenflechte kann sich aber auch auf den gesamten Körper ausbreiten. Außer der Haut können Schleimhäute, Gelenke und Nägel zusätzlich erkranken. Die Beschwerden können in ihrer Stärke schwanken.
Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Die Hautzeichen selbst werden ausgelöst von einem fehlgesteuerten Angriff des Immunsystems (Autoimmunreaktion) gegen Zellen der Oberhaut (Keratinozyten), die sich als Reaktion darauf besonders stark vermehren. In der Folge wird die Haut an den betroffenen Stellen besonders dick und schuppig.
Die geeignete Auswahl der Behandlung hängt von der speziellen Situation ab und bedarf oft der Kombination verschiedener Medikamente. Es gibt eine Vielzahl von Präparaten und physikalischen Therapieformen, welche die Beschwerden bessern und auch zu einer vorübergehenden Beschwerdefreiheit führen können. Eine Heilung ist jedoch derzeit nicht möglich. Unterstützend zu jeglicher Therapie gehört eine regelmäßige, sorgfältige und individuell abgestimmte Hautpflege.
Schuppenflechte: Definition
Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) handelt es sich um eine bei hellhäutigen Personen häufige, immunologisch-entzündliche Hauterkrankung. Bei ihrer Entstehung sind sowohl genetische Faktoren als auch andere Auslöser und Risikofaktoren beteiligt.
Typisch für die Schuppenflechte sind scharf begrenzte, rote, teils juckende, erhabene, mit silberweißen Schuppen bedeckte Herde besonders an Ellenbogen und Knien, am Kreuzbein und an den behaarten Bereichen des Kopfs. Auch die Gelenke können von der Psoriasis betroffen sein.
Schuppenflechte: Ursachen
Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine so genannte multifaktoriell bedingte Erkrankung. Es besteht einerseits eine genetische Veranlagung (Suszeptibilität, Empfänglichkeit), andererseits bricht die Erkrankung erst durch das Zusammenspiel einer Reihe auslösender Faktoren (Risikofaktoren) aus.
Etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen haben Verwandte, die ebenfalls an Schuppenflechte erkrankt sind. Studien zur Vererbungshäufigkeit weisen darauf hin, dass die Erkrankung häufiger über den Vater weitergegeben wird. Auf den Chromosomen 1, 3, 6 und 19 konnten bereits für die Psoriasis typische Genorte gefunden werden, wobei die eigentlichen Gensequenzen aber noch unbekannt sind. Neben krankheitsfördernden Genen scheint es auch schützende Gene zu geben.
Neben der genetischen Veranlagung gibt es eine Reihe von Faktoren, die als Auslöser beziehungsweise Risikofaktoren gelten und zu einem Ausbruch oder einer Verschlechterung der Erkrankung beitragen. Hierzu zählen:
Rauchen
Übergewicht
Alkoholkonsum
emotionaler Stress
Stoffwechselstörungen
bestimmte Medikamente (z.B. Betablocker, ACE-Hemmer, Lithium, Malariamittel oder kortisonfreie Antirheumatika)
hormonelle Faktoren
äußere mechanische (Druck, Verletzungen) oder klimatische Einflüsse.
Schuppenflechte: Symptome
Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) ist der Hauterneuerungsprozess durch den Angriff des Immunsystems massiv beschleunigt und gesteigert. Beim gesunden Menschen erneuert sich die Haut innerhalb von 26 bis 27 Tagen; bei Psoriatikern ist diese Zeitspanne auf sechs bis sieben Tage verkürzt. Die betroffenen Hautareale sind typischerweise scharf begrenzt, stark durchblutet und gerötet. Die Zellen der obersten Hautschicht (Epidermis) gelangen etwa sieben Mal schneller an die Hautoberfläche als bei normaler Haut, wo sie eine glänzende, silbrig-weiße Schuppenschicht bilden. Insgesamt ist die Haut trocken, häufig bilden sich schmerzhafte Risse oder Blasen. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen sind auch die Nägel betroffen.
Die erhabenen, geröteten und schuppenden Herde werden auch Plaques genannt. Sie können sehr klein sein, meist sind sie aber münz- bis handtellergroß und treten oftmals symmetrisch an beiden Körperhälften auf. Häufig besteht Juckreiz. Typische Lokalisationen sind Ellenbogen, Kniescheiben und -streckseiten und der behaarte Teil des Kopfs.
Die Psoriasis-Herde können als vereinzelte, scharf begrenzte Flecken auftreten, aber auch zusammenfließen (konfluieren) und weitflächig ganze Körperpartien bedecken. Normalerweise beschränken sich die Herde, abgesehen von gewissen Größenveränderungen, auf die Stelle, an der sie zuerst aufgetreten sind, gelegentlich verschwinden sie auch spontan von selbst.
Schuppenflechte: Diagnose
In den meisten Fällen kann die Diagnose einer Schuppenflechte (Psoriasis) anhand der typischen Hautveränderungen gestellt werden.
Charakteristische Zeichen der Schuppenflechte sind:
- Kerzenfleckphänomen: Durch Kratzen an einem Plaque hellt sich die Schuppenschicht an der Kratzspur auf wie bei einem Kerzenwachsfleck.
- Phänomen des letzten Häutchens: Werden die Schuppen weiter entfernt, tritt ein glänzendes "letztes Häutchen" zutage.
- Blutiger Tau: Wird noch weiter gekratzt, kommt es zu punktförmigen Blutungen.
Bestehen dennoch Zweifel an der Diagnose, wird eine Hautprobe ( Biopsie) entnommen und feingeweblich (histologisch) untersucht.
Wenn die Krankheitszeichen nur sehr gering ausgeprägt sind, kann es schwieriger sein, eine Psoriasis zu erkennen. Erkrankungen, mit denen eine Schuppenflechte verwechselt werden kann, sind:
Ekzeme
Mykosen (Hautpilzerkrankungen)
flache Knötchenflechte (Lichen ruber planus)
Stachelflechte (Pityriasis rubra pilaris)
Lupus erythematodes
Syphilis
Auch die Psoriasis-Arthritis ist manchmal nur schwer von anderen akuten oder chronischen Gelenkerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder der Gicht zu unterscheiden, besonders dann, wenn keine typischen Hauterscheinungen vorhanden sind.
Bei der Diagnose können Blutuntersuchungen helfen: Bei Psoriasis-Arthritis sind in der Regel verschiedene Marker (Human Leukocyt Antigen; HLA-B13, HLA B-17, HLA B-37) an Blutzellen nachweisbar, die auf die Erkrankung hinweisen. Auch Röntgenaufnahmen und Szintigraphien (Messungen der Zellaktivität des Knochens) können bei der Diagnose helfen.
Schuppenflechte: Therapie
Es gibt eine Vielzahl von Präparaten und physikalischen Therapieformen für Schuppenflechte (Psoriasis), welche die Beschwerden lindern und auch zu einer vorübergehenden Beschwerdefreiheit führen können. Heilung im Sinne eines völligen, dauerhaften Verschwindens der Psoriasis ist jedoch nicht möglich.
Das Behandlungsspektrum der Schuppenflechte reicht von pflegenden Salben bis hin zu starken, das Immunsystem hemmenden Medikamenten. Unterschieden wird dabei grundsätzlich die systemische (innerliche) und die lokale (topische) Therapie. Die Basis jeder Behandlung ist die regelmäßige, sorgfältige und individuell abgestimmte Hautpflege.
Kurzfassung des Beitrags " Schuppenflechte Psoriasis " mit freundlicher Genehmigung von Gesundheitsportal Onmeda ( Medizin & Gesundheit ) goFeminin.de GmbH
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